Kaum beginnt die kalte Jahreszeit, häufen sich Erkältungen und mit ihnen schlaflose Nächte. Verstopfte Nase, Hustenreiz, Nachtschweiß – und nicht selten erstmals auftretendes oder deutlich verstärktes Schnarchen. Warum das so ist und was in dieser Phase hilft, erklärt dieser Beitrag.
Warum Erkältungen das Schnarchen verstärken
Bei einer Erkältung schwillt die Nasenschleimhaut an, die Nasenatmung ist erschwert oder ganz blockiert. Der Körper weicht auf die Mundatmung aus – und genau das fördert Schnarchen. Durch den Mund eingeatmete Luft trocknet die Rachenweichteile aus, die Muskeln erschlaffen schneller, und das charakteristische Schnarchgeräusch entsteht durch das Flattern des Weichgaumens.
Nasenpflaster: schnelle Hilfe, begrenzte Wirkung
Nasenpflaster (Nasenstrips) sind bei erkältungsbedingtem Schnarchen eine verbreitete Sofortmaßnahme. Sie weiten mechanisch die äußeren Nasenflügel, verbessern so den Luftstrom und können besonders bei leichtem Schnarchen wirksam sein. Allerdings helfen sie nicht bei einer geschwollenen Schleimhaut im Inneren der Nase – hier braucht es abschwellende Nasensprays oder inhalationsbasierte Methoden.
Protrusionsschiene: langfristige Lösung auch in der Erkältungszeit?
Wer dauerhaft schnarcht, kennt möglicherweise bereits Schnarchschienen (Protrusionsschienen). Diese positionieren den Unterkiefer leicht nach vorne und halten die Atemwege offen. Bei Erkältungen ist ihr Einsatz eingeschränkt, da die Mundatmung ohnehin dominiert. Ein ausführlicher Vergleich zwischen Nasenpflaster vs. Protrusionsschiene bei Erkältung findet sich im Schnarch-Ratgeber Snorly, inklusive Empfehlungen für verschiedene Schweregrade.
Hausmittel, die wirklich helfen
Dampfinhalationen mit Kamille oder Meersalzlösung erweichen die Schleimhäute und erleichtern die Nasenatmung. Erhöhte Schlafposition – ein zweites Kissen oder ein Keilkissen – reduziert den Druck auf die Atemwege. Ausreichend Trinken (mindestens 2 Liter täglich) hält die Schleimhäute feucht und weniger anfällig für Irritationen.
Wann zum Arzt?
Hält Schnarchen auch nach der Erkältung an, lohnt sich ein HNO-Besuch. Häufige Ursachen abseits von Erkältungen sind Nasenscheidewandverkrümmungen, vergrößerte Rachenmandeln oder eine unbehandelte Schlafapnoe. Diese Erkrankung – bei der die Atmung im Schlaf mehrfach aussetzt – ist behandelbar, bleibt aber ohne Diagnose ein Gesundheitsrisiko.



